1978

Das Schollbrockhaus

Bei dem Schollbrockhaus handelt es sich um einen 200 Jahre alten Fachwerkbau, der in der heute sichtbaren Form erst im 19. Jahrhundert entstand und einen wesentlichen Teil des Schlossensembles darstellt. An derselben Stelle befand sich einst die Kornmühle des Schloss Strünkede, die 1316 erstmals erwähnt wird. Angetrieben wurden die Mühlenräder der ursprünglichen Mühle durch das Wasser der Beecke. Zwischen der Mühle und dem Dreieck Forell - Bahnhofstraße befand sich ein großer Mühlenteich, der noch heute an der Tiefenlage des Geländes zu erkennen ist. Alle den Herren von Strünkede dienstbaren Bauern waren verpflichtet, hier ihr Getreide mahlen zu lassen. Infolge von Bodensenkungen ist die Mühle stillgelegt worden. Das Schollbrockhaus eine Kornmühle, die 1810 durch den Castroper Gastwirt Diedrich Joseph Lueg am 15. Oktober fertig gestellt wurde. Der eigentliche Besitzer war Herr von Forell, Herr Lueg war nur Pächter. Die „Strünkeder Mühle" hatte zwei Mahlgänge, wobei einer davon für Graupen bestimmt war. Die zwei oberschlägigen Räder wurden vom Herner Mühlenbach angetrieben. Die in der Mühle tätigen Müller waren 1859 Obermüller Carl Heinrich Deisner, 1865 die Witwe des Joh. Stein und der letzte Müller war 1884 Bernhard Schollbrock, der auch zugleich Namensgeber war. 1892 wurde der Antrag des Majors Forell genehmigt, die Mühle zu Wohnungen umzubauen. 1960 verließen die letzten Mieter das Wohnhaus. Daraufhin sollte das Gebäude samt Nebengebäuden bis 1967 abgerissen werden. Ein Gutachten von 1966 bestätigte den allgemein sehr schlechten baulichen Zustand des Hauses. Der Kern der Bauanlage war jedoch sanierungsfähig, lediglich die später hinzugefügten Anbauten sollten entfernt werden. 1968 entschloss man sich dazu, zunächst nur die Schuppen abzureißen und das Schollbrockhaus stehen zu lassen. Im Zuge dieser Maßnahme erhielt das Fachwerkhaus einen Neuanstrich. Anfang 1979 wurde die Schollbrockmühle vom Amt für Denkmalpflege in Westfalen nachträglich in die Liste der in Herne schätzenswerten Bauwerke aufgenommen und somit 1980/81 als technisches Kulturdenkmal und Bestandteil des Schlossensembles endgültig vor dem Abbruch gerettet und saniert. 1980 wurden die Renovierungsarbeiten vorgenommen. Die ehemalige Schollbrockmühle wurde zu dem heutigen Schollbrockhaus umgebaut, das Galerieräume beinhaltet, die regelmäßig von Künstlern der Region genutzt werden. Verantwortlich ist der Kunstverein Schollbrockhaus e.V. Herne. Im Nebengebäude (das früher ein Stall war) ist ein Cafe entstanden, dass privat betrieben wird.

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach……

Sie klappert nicht mehr, also mahlt sie auch nicht mehr.

Aber sie steht noch, in ihr wird gemalt, modelliert, gebastelt und Kunstschaffendes gezeigt:

Die ehemalige Schlossmühle im Park von Strünkede.